Neues aus den letzten Wochen und Monaten

Über den Sommer hinweg hat sich bei uns wieder einiges getan.

Vergangenheit ist unser Teilespender MAN SL 200, welcher nach Ausbau einer Vielzahl von Teilen, die für unseren Spargelbus benötigt werden, Mitte August verschrottet wurde. Unter anderem die komplette Inneneinrichtung wird zur Komplettierung des Spargelbusses benötigt, damit dieser wieder in altem Glanz erstrahlen kann. Geplant ist, im Winter den Ausbau des Fußbodens in Eigenregie fortzuführen. Nach Abschuss der Innenraumarbeiten erfolgen die technische Überholung und zum Abschluss eine Neulackierung.

Wieder fahrbereit ist unser Wagen 16, bei dem der defekte Kühlwasserausgleichsbehälter ausgetauscht wurde. Unser im Frühjahr erworbener SL 202-Teilespender ex Weimar hat damit seine erste gute Tat vollbracht. In den nächsten Wochen erfolgt der Austausch der lädierten Heckklappe durch die intakte des Teilespenders, darüber hinaus werden die noch sehr guten Reifen und Felgen komplett getauscht, da die auf dem Wagen 16 montierten Sätze abgefahren bzw. altersbedingt in schlechtem Zustand sind und eine längere Fahrt nicht mehr sicher durchführbar ist.
Durch die guten Erfahrungen von Hobbykollegen und befreundeten Busunternehmen wurde darüber hinaus eine auf Omnibusse spezialisierte Karosseriewerkstatt im Raum Paderborn/Büren auserkoren, die sich unserem Wagen 16 annehmen und die Blecharbeiten als Lückenfüller durchführen wird. Abschließend erfolgt ebenfalls dort eine Neulackierung im alten Farbschema der Stadtwerke Bayreuth.

Nach exakt einem Jahr und vier Monaten hat unser Wagen 16 darüber hinaus eine kurze Bewegungsfahrt genossen. Überflüssig zu erwähnen, dass der Motor nach Einsetzen der Batterien bereits auf die erste Anlasserumdrehung startete…?!

Neue Heimat für den „Spargelexpress“

Seit der Beschaffung zu Beginn des Jahres 2013 war unser „Spargelexpress“ MAN SL 200 zwar geschützt auf Privatgelände abgestellt, dennoch der Witterung ausgesetzt (was der Bus jedoch erstaunlich gut verkraftet hat…). Nach langer Suche konnten wir nun ebenfalls noch im Landkreis Forchheim gelegen einen bezahlbaren Hallenstellplatz ausfindig machen, in dem der Wagen witterungsgeschützt abgestellt werden kann, sodass nun endlich die optimalen Voraussetzungen für eine Fortführung der Sanierung geschaffen werden konnten.

Wir wollten bei der anstehenden Überführungsfahrt nichts dem Zufall überlassen und haben den Wagen daher zuvor bei einem befreundeten Omnibusbetrieb gründlich untersucht. Dabei zeigten sich sowohl Lenkung und Fahrwerk als auch die Bremsen als absolut funktionstüchtig! Mit einem entsprechend breiten Grinsen erfolgte die Überführungsfahrt auf rund 25 Kilometern Landstraße durch die schöne Landschaft der Fränkischen Schweiz. Nach einer guten halben Stunde war der neue Stellplatz erreicht und im warmen Abendlicht wurde noch schnell ein „Erinnerungsfoto“ gemacht, bevor der Wagen in der Halle verschwand.

Der Start des fast 1 1/2 Jahre stillgestandenen Motors war übrigens problemlos und mit vorherigem Pumpen an der Handdieselpumpe auf den ersten Versuch möglich. Weder die Kupplung noch die Bremsen waren nach der langen Standzeit im Freien fest, sodass das Verlassen des alten Stellplatzes aus eigener Kraft sofort möglich war – ob das bei einem Bus heutigen Baujahres auch so einfach wäre?!

Ein weiterer Teilespender: MAN SL 202 ex Weimar

Während die Pendants vom Typ Mercedes-Benz O 405 noch zahlreich im Straßenverkehr vertreten sind, gehören die MAN SL 202 im Jahr 2015 bereits zu den absoluten Raritäten. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Suche nach Ersatzteilen, da sich schlicht kaum mehr Fahrzeuge im Einsatz befinden – bezogen auf die Wagen der Stadtwerke Bayreuth stellt unser Wagen 16 sogar seit 2010 das letzte noch existente Fahrzeug überhaupt dar. Um jedoch endlich mit der Sanierung unseres Wagen 16 anfangen zu können, wofür einige Bauteile notwendig sind, die entweder neu beschafft oder in gutem gebrauchten Zustand vorliegen müssen, kam uns der ehemalige Wagen 160 der Verkehrsbetriebe Weimar genau zum richtigen Zeitpunkt in die Quere. Das Fahrzeug wurde im Januar 1992 in Dienst gestellt und ist damit ein gutes Jahr jünger als unser SL 202. Abgesehen von bestimmten Details, die durch den Erstbesitzer geordert wurden, wie z.B. der Einbau des MAN-Motors D2866 UH in der Ausführung mit 241 PS in Kombination mit dem ZF-Getriebe 5HP-500 sowie einer KRÜGER-Matrix statt der damals noch üblicheren Rollbandanlage, entspricht der Wagen im großen und Ganzen unserem Wagen 16.

Nach seiner Ausmusterung in Weimar im Jahr 2003 gelangte der Bus an einen Händler und Busbetrieb aus Neusorg, wo er wenige Wochen im Einsatz war, bevor die Abgabe an ein Mitterteicher Unternehmen erfolgte. Dort stand der Bus dann schließlich bis Januar 2015 im Einsatz und wurde ausgesondert, um einem neueren Kombibus Platz zu machen. Nach kurzer Überlegung entschieden wir uns, den Wagen zu übernehmen. Er soll als Teilespender genutzt und anschließend verschrottet werden.

Ein Daimler-Benz O 407 als „Weihnachtsgeschenk“

Kurz vor dem Weihnachtsfest 2014 erhielten wir die Gelegenheit, einen der letzten in Deutschland noch existierenden Daimler-Benz O 407 aus zentraler Bestellung der Deutschen Bundesbahn in unsere Sammlung aufzunehmen.
Das Fahrzeug vom Baujahr 1988 verfügt über die zeitgenössische Ausstattung aller damaliger Bundesbahn-Busse; dazu gehören beispielsweise die Matrixanzeigen vom Typ AEG-Annax sowie die karierten Polsterstoffe des Designs „Harlekin“ in Kombination mit brauner Nadelflies-Verkleidung von Sitzrücken und Seitenwänden.
Unser Fahrzeug war für den Geschäftsbereich Bahnbus (GBB) Nürnberg vorgesehen und sollte dort das Kennzeichen DB 19-823 erhalten. Durch den Beschluss der Bundesbahnverwaltung, die einzelnen GBB’s in rechtlich eigenständige Gesellschaften umzuwandeln, ist es dazu jedoch nicht mehr gekommen. Mit Wirkung vom 01.10.1988 entstand die Omnibusverkehr Franken GmbH (OVF) und alle Busse des GBB Nürnberg wurden von Bundesbahn-Zulassung auf eine Kennzeichenkombination beginnend mit N-WA *** umgemeldet. Am 25.11.1988 wurde unser Fahrzeug schließlich auf N-WA 823 zugelassen und der Betriebsstelle Würzburg zugeteilt, wo es auch während der gesamten Einsatzzeit stationiert war.
Nach Ausmusterung beim OVF fand unser Bus im Linien- und Schulbusverkehr eines Pfarrweisacher Omnibusunternehmens ein neues Tätigkeitsgebiet, in dem er bis Mai 2014 regelmäßig eingesetzt wurde und aufgrund der dort erfahrenen guten Pflege problemlos eine Gesamtlaufleistung von über 1,2 Mio km abspulte! Durch die Neuvergabe der einstigen Stammlinie hatte der Unternehmer für dieses Fahreug keinen Bedarf mehr, sodass die Abmeldung erfolgte.
Im Dezember 2014 konnten wir den Wagen schließlich in unseren Bestand überführen, wo er als typischer Überlandbus der Bundesbahnzeit erhalten bleibt. Aufgrund des guten technischen Zustands erhält der Bus nach Beseitigung kleinerer altersbedingter Korrossionsschäden problemlos TÜV, sodass er in naher Zukunft zuerst einsatzbereit hergerichtet werden und anschließend nach und nach eine Behebung der optischen Mängel erfolgen soll. Da der Fahrzeugtyp O 407 bis ins Jahr 2001 weitgehend unverändert gebaut wurde, sind zahlreiche Ersatzteile nach wie vor erhältlich. Bei unseren anderen Fahrzeugen siehts leider weniger rosig aus…

In diesem Sinne wünschen wir euch allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch in ein erfolgreiches Jahr 2015!

Schlachtobjekt für’s Sommerloch

Per Tieflader gelangte Anfang Juli ein weiterer MAN SL 200 in unseren Bestand. Der Wagen vom Baujahr 1978 dient als Teilespender für unseren „Spargelexpress“, da zahlreiche Teile entweder nicht mehr oder nur zu „Apothekenpreisen“ erhältlich sind. Darüber hinaus ist der Spaß am Schrauben, Schlachten und letztendlich dem Verwerten eines Fahrzeuges auch nicht zu verachten… Aber beginnen wir von vorne.

Beim Stöbern auf einer bekannten Fahrzeughandelsplattform im Internet sind wir auf den Wagen gestoßen und haben sogleich Kontakt mit dem Verkäufer aufgenommen – zuerst rein aus dem Interesse, um welchen Wagen es sich denn konkret handelt. Nach einem interessanten Telefonat erhielten wir weitere Fotos des Busses sowie den Lebenslauf zugeschickt und es wurde ein Besichtigungstermin vereinbart. Dabei zeigte sich, dass der Wagen aufgrund seiner südwestdeutschen Herkunft zwar nicht direkt für uns von Interesse war und eine Restaurierung aufgrund der langen Standzeit von 17 Jahren (!) seit Abmeldung und entsprechender Korrossionsschäden ausschied, sich insbesondere der Innenraum jedoch in einem völlig intakten und gut erhaltenen Zustand befand. Darüber hinaus war der Antriebsstrang erstaunlicherweise ebenfalls noch voll funktionsfähig und die Laufleistung des Wagens mit gut 685.000 km vergleichsweise gering. Nach kurzem Verhandeln wurde der Wagen dann per Handschlag als Teilespender erworben…

Die lange Standzeit des Wagens und der Zustand des Rahmens, welcher durch partiell abwesende Teile glänzte, haben eine Überführung auf eigener Achse nicht in Frage kommen lassen. Unerwartet günstig konnte jedoch ein Tiefladertransport arrangiert werden, sodass das Wagen schließlich wenige Tage später auf unserem Gelände eintraf.

Geplant ist nun – da wir mit unserem O 305 neben dem „Spargelexpress“ noch einen weiteren Bus mit orangenen Kunststoffschalensitzen im Bestand haben – die Umsetzung der verbauten Sitzbänke aus dem Teilespender in unseren vorhandenen SL 200. Die Abweichung vom Originalzustand nehmen wir aus Komfortgründen hierbei in Kauf. Nachdem alle anderen Teile, die mal von Nutzen sein könnten, ausgebaut und eingelagert sind, wird der Wagen endgültig dem Verwertungskreislauf zugeführt – nicht ohne die Quintessenz, für sein Geschwisterchen und/oder andere baugleichen Fahrzeuge noch einen Nutzen gehabt zu haben…

Entkernung des SL 200

In der Vergangenheit haben wir hauptsächlich Arbeiten an unserem Wagen 16 ausgeführt, was vor allem daran liegt, dass Wagen 7 zwecks Gerippeinstandsetzung die Obhut einer Fachwerkstatt benötigt und der MAN SL 200 von vornherein nur als Arbeitsvorrat geplant war. Dennoch haben wir uns diesem Wagen nun etwas gründlicher angenommen und mit der Sanierung des abgenutzten Innenraums begonnen.

Im Zuge diverser Schraubernachmittage wurden im Februar und März als erste Maßnahme die Sitzgestelle komplett ausgebaut und die mit Wollplüsch überzogenen Holzelemente der Rückenlehnen und Sitzflächen abgenomen, welche durch den Einsatz des Wagens als „Feldarbeiter“ und die Standzeit im Winter 2012/13 mit offenen Türen stark gelitten haben und durchweg erneuert werden müssen. Ebenso hat sich unsere Befürchtung bestätigt, dass die hölzernen Seitenverkleidungen im Innenraum bedingt durch die Feuchtigkeit komplett ersetzt werden müssen. Als positiver Nebeneffekt konnten wir von Innen einen Blick auf die Beplankung der Seiten sowie die Verstrebungen werfen, welche zwar ebenfalls etwas Arbeit nötig machen, in Anbetracht des Fahrzeugalters aber durchaus als gut erhalten bezeichnet werden können.

Für Unterhaltung sorgen darüber hinaus interessante „Fundstücke“, die sich im Laufe der Zeit unter den Sitzelementen angesammt haben – neben den Resten eines Kassenbons aus dem Frühling 1984 traten mehrere 1- und 10-Pfennig-Münzen zutage, darunter eine Münze der „Bank deutscher Länder“ aus dem Jahre 1949…!

Sitze, Polster und Sitzgestelle werden nun eingelagert, um als nächste Maßnahme die Deckenverkleidung abnehmen zu können. Anschließend erfolgt eine Überprüfung aller sichtbaren Oberflächen des Busses auf Korrosionsschäden oder sonstige Notwendigkeiten einer Behandlung, ebenso werden die Flächen wirkungsvoll grundgereinigt.

Nächtliche Bewegungsfahrt

Als Hommage an die Winterzeit mit ihren kurzen Tagen und langen Nächten sei relativ kommentarlos die Veröffentlichung eines Fotos unseres Wagen 16 erlaubt. Die ihren Dienst versagende Leuchtstoffröhre des seitlichen Zielkastens wird selbstverständlich umgehend ausgetauscht – dankenswerterweise ist dies der einzige Defekt, mit dem uns der Bus nach seiner langen Standzeit bestraft – die letzte längere Bewegungsfahrt datiert schließlich auf den September 2012…

Projekt SW 16: originaler Polsterstoff erworben

Dank des Hinweises zweier Hobbykollegen konnten wir Ende Juni größere Mengen des Polsterstoffs einkaufen, der für die Erneuerung der Sitze unseres MAN SL 202 benötigt wird. Die nun vorhandenen knapp 10m² sollten für rund 15 komplette Sitze ausreichen – damit wäre ein Großteil der schadhaften Polster erneuert.
Vielen Dank an Daniel und Thomas für ihr Engagement!

Spontaner Neuerwerb: ein MAN SL 200

Seit Anfang Februar 2013 bereichert ein weiterer Bus den Bestand der IG Traditionsbus Bayreuth. Es handelt sich um einen MAN SL 200, welcher sich aufgrund seiner ungewöhnlichen Ausstattung, des Allgemeinzustands und seiner Historie als äußerst interessant entpuppte und daher relativ spontan erworben wurde. Mit Baujahr 1979 stellt der SL 200 den mit Abstand ältesten Bus in unserem Fuhrpark und gleichzeitig eine hervorragende Ergänzung zu unserem Daimler-Benz O 305 dar. Damit sind nun die beiden bedeutendsten Vertreter der Standard 1-Stadtlinienbusse in unserem Bestand vorhanden.

Eine ausführliche Vorstellung des Fahrzeugs ist bereits unter dem Reiter „Unser Fuhrpark“ fertiggestellt und aufrufbar.

Vorstellung unseres Daimler-Benz O 305 fertiggestellt

Damit unser „Neuankömmling“ entsprechende Würdigung erhält, wurde nun der Aufsatz zu den Standard 1-Fahrzeugen bei den Stadtwerken Bayreuth allgemein und unserem Wagen 7 im Besonderen fertiggestellt. Der Aufsatz befindet sich unter der Rubrik „Unser Fuhrpark“.

Stelldichein im Straßenbahnmuseum Wehmingen.

Im Rahmen einer kleinen Ausfahrt präsentiert sich der Wagen im Hannoverschen Straßenbahnmuseum Wehmingen neben dem “gelenkigen” Artgenossen eines Hobbykollegen. Deutlich erkennbar sind die beiden Frontvarianten – links die vom Überlandbus adaptierte rundliche Front, rechts die Standard-Front des O 305.

Bewegungsfahrt SL 202

Nach gut viermonatiger Standpause konnte sich unser Wagen 16 heute wieder einmal über eine Bewegungsfahrt freuen.

Nachdem das vorhandene Batterieladegerät mit dem Laden der 225Ah-Batterien trotz Freigabe wohl doch etwas überfordert war und schließlich den Dienst versagte, musste eine andere Lösung zum Starten des Busses her. Die Lösung fanden wir in einem portablen Startergerät, welches ohne Fremdstromversorgung auskommt. Netterweise wurde uns dieses Gerät von einem befreundeten Busunternehmer ausgeliehen.

Der Motorstart verlief – wie bisher immer – völlig problemlos und der Motor sprang an, als wäre er erst am Vortag zuletzt abgestellt worden. Nachdem ausreichend Druckluft vorhanden war, konnten wir uns also wieder einmal in Bewegung setzen. Die Bremsen waren etwas fest, hatten sich aber nach einem Ruck gelöst und das Fahren war kein Problem. Fazit: Läuft!

Die nächste Bewegungsfahrt soll uns dann hoffentlich direkt zu einer Karosseriewerkstatt führen, damit die maroden Bleche und Streben des MAN endlich erneuert werden…

Projekt Neupolsterung: Sitzstoff aufgetrieben!

Nach mehreren Monaten Suche haben wir nun endlich eine Autopolsterei gefunden, die noch über entsprechende Mengen des gesuchten Sitzpolsterstoffs verfügt. Der Tipp kam dabei von einem Hobbykollegen, hierfür vielen Dank!
Die Polsterei hat ihren Sitz im Münsterland und ist auf die Restauration der Innenräume von Oldtimern sowie die Neubepolsterung von Omnibussitzen spezialisiert.

Angefragt haben wir die Ausführung der kompletten Arbeiten (Neupolsterung und Beziehen mit Wollplüsch) von 29 Sitzflächen und 21 Rückenlehnen, wofür rund 1.400 Euro inkl. Mwst aufgerufen werden. Der vergleichsweise günstige Preis (ja, wirklich…) kommt auch dadurch zustande, dass von unserer Seite aus kein zeitlicher Druck besteht und die Polster somit als „Füllleistungen“ erneuert werden können.

Sobald entsprechende Finanzmittel vorhanden sind, sollen die Arbeiten in Angriff genommen werden – möglich ist auch, vorerst einen Teil der Polster in Auftrag zu geben.

Frühlingserwachen

Obwohl wir den Bus im Oktober gut winterfest gemacht haben, war der erste Besuch nach fast zwei Monaten doch von einem etwas mulmigen Gefühl begleitet: hat man auch wirklich nichts Wichtiges vergessen? Die Zweifel waren allerdings nicht begründet: nach dem Überbrücken der Batterien erwachte das Löwenherz sofort zum Leben und auch sonst deutete nichts auf irgendwelche Winterschäden hin – so soll es sein!
Mangels trockener Werkhalle mussten wir über den Winter die Arbeiten am Bus ruhen lassen, sodass am heutigen Tag der Startschuss für das Jahr 2012 erfolgte – wenige Tage vor dem meteorologischen Frühlingsanfang sozusagen auch unser Frühlingserwachen – bzw. das unseres Busses 😉

Nach einigen vorsichtigen Proberunden in der Kaserne ging es dann los auf die gut 40km lange Fahrt über Land zu einem befreundeten Unternehmer, der den Bus komplett „unter die Lupe“ nehmen wollte. Bei der Gelegenheit sollte als erste Maßnahme das Motoröl gewechselt werden – die benötigten Materialien haben wir bereits im Voraus besorgt.
Die ausgiebige Begutachtung unseres Busses hatte erfreut staunende Gesichter der Werkstattmitarbeiter zur Folge: sowohl der Unterboden als auch die auf den ersten Blick einsehbaren Komponenten wie Bremsen und Luftfederbälge befinden sich in einem sehr guten Zustand! Unmittelbare Arbeiten sind vorerst an keiner Stelle notwendig. Und das bei einem fast 22 Jahre alten Fahrzeug…! Nachdem sich dann noch herzlich über die monströse Hinterachse des MAN amüsiert wurde (die beim MB O 405 in der Tat „etwas“ kompakter vorhanden ist), konnte der Ölwechsel beginnen. Während dessen haben wir den verbauten Luftfilter notdürftig mittels Pressluft gereinigt, damit dem Löwen das Atmen etwas leichter fällt 😉

Das Löwenherz beim ÖlwechselOptimierung der Leistungsperformance für Arme ;-)

Allerdings wäre es ja fast zu langweilig, wenn an unserem Fahrzeug technisch rein gar nichts zu erledigen wäre… das dachte sich wohl auch unsere Lenkölpumpe und zeigte dies durch (offenbar schon über längere Zeit anhaltenden) sproadischen Verlust des kostbaren Servoöls. Da ein Abdichten nach Meinung der Werkstatt nicht dauerhaft haltbar wäre, muss also ein Neuteil her. Damit wäre dann auch die kreischende Geräuschkulisse bei Lenkbewegungen während sehr langsamer Fahrt wieder passé.
Nachdem zum Abschluss noch alle Reifen auf korrekten Luftdruck geprüft wurden und der Chef von seiner kurzen MAN-Spritztour ins Nachbardorf zurück war, haben auch wir die Rückfahrt angetreten, welche der Bus ebenfalls völlig problemlos bewältigte.

Besuch bei „der 16“

Dieses Wochenende stand wieder mal ein Besuch bei „unserer 16“ an. Auf der Tagesordnung standen heute u.a. das Reparieren der Sprechanlage sowie die Instandsetzung des Türöffners. Seit einigen Wochen lässt sich die Vordertüre nur noch bei eingeschalteter Zündung von außen verschließen, sodass möglicherweise ein Kabelbruch oder ein Defekt am Relais vorliegt.

Dank unserem Elektroexperten Sepp und einiger Einstellarbeit haben wir nun eine hervorragend funktionierende Sprechanlage, die man sicher irgendwann mal benötigt…
Bezüglich des Türöffners sind wir leider noch nicht zu einer Lösung gelangt.

Fotoshooting bei Traumwetter

Nach einigen Wochen fand sich heute endlich wieder etwas Zeit, um nach unserem Museumsbus zu schauen. Der Weg führte uns zuerst zu den städtischen Verkehrsbetrieben, welche noch einige Infos für uns parat hatten. Darüber hinaus haben nun auch Betriebsanleitungen sowie diverse Schaltpläne den Weg zu uns gefunden. Vielen Dank an dieser Stelle an die beteiligten Personen!

Anschließend ging es nach Stammbach, wo wir dem einstigen Produktionswerk unseres Stoffes einen Besuch abstatten wollten. Leider war der wöchentlich montags stattfindende Werksverkauf ausgerechnet heute wegen des Brückentags geschlossen – wir kommen wieder! Also fuhren wir weiter zu einem Karosseriefachbetrieb, um – wieder einmal – unsere Bilder von den „schlimmen Stellen“ zu präsentierten. Ergebnis: die Arbeiten sind machbar und kosten auch ein bisschen Geld. Für eine exaktere Schätzung muss man die Stellen aber erstmal im Orignal begutachten. Also gleich für den nächsten Tag eine Besichtigung vereinbart – es bleibt spannend 😉

Zurück am Stellplatz musste natürlich das traumhafte Herbstwetter für (die ersten) schönen Fotos unseres Busses genutzt werden – traumhaft steht er da, unser 16er. Vielen Dank auch erneut an Marcus Losert, der unserem Bus Starthilfe und uns viele Tipps gegeben hat, um den Wagen gut über den Winter zu bringen!

„Kontakt zur Außenwelt aufnehmen“

Die meisten unserer Lehnen und Sitzflächen müssen neu bezogen werden. Heute stand also das Suchen des passenden Stoffs auf dem Programm, da zur Herstellung des Auslieferungszustands natürlich auch der Original-Sitzbezug gehört. Einst der „Allerwelts-Stoff“ – heute nur noch schwer zu bekommen. Die Sortimente werden eben auch gelegentlich gewechselt und – ganz ehrlich – wer möchte heute noch einen Sitzbezug in grün-braun?

Erste Station unserer Tour waren die Stadtwerke. Ob beim Erstbesitzer des Busses noch Unterlagen, Teile und dergleichen gibt? Immerhin gelang es uns fürs erste, einige Informationen sowie die RAL-Nummern der Lackierung in Erfahrung zu bringen, schließlich soll unser Bus sobald wie möglich wieder in Zinkgelb und Minzgrün strahlen.

Mit einem Stoffmuster haben wir dann einer Autosattlerei (Tipp vom Vorbesitzer) einen Besuch abgestattet, wo der gesuchte Stoff auch tatsächlich noch vorhanden ist! Allerdings möchte die Sattlerei den Stoff nicht von der Rolle verkaufen, da noch weitere Kunden für das Design vorhanden seien, sondern die Sattlerarbeiten komplett ausführen – dies ist für uns allerdings derzeit noch nicht machbar, solange nicht bekannt ist, welche Kosten die Blecharbeiten „verschlingen“ werden. Und hier kommen wir zum…

…letzten Punkt auf unserer Liste: welche Werkstatt führt Blech- und Lackierarbeiten auch an einem ausgewachsenen Linienbus durch? So richtig fündig wurden wir auch hier noch nicht – der Chef eines Bayreuther Betriebs hat uns jedoch schonmal zugesichert, sich in dieser Hinsicht kundig zu machen 😉

Erste Arbeiten am Innenraum

Der Bus war in den vergangenen Tagen nach und nach unter die Lupe genommen worden. Ohne die Ratschläge eines Fachmanns wollten wir den vom Rost zerfressenen Blechen an den Seitenbeplankungen aber noch nicht zu Leibe rücken, sodass wir uns erstmal in den Innenraum begaben, um Sitze, Seiten- und Deckenverkleidungen sowie die Scheiben und den Fußboden gründlich zu reinigen.



Bei dieser Gelegenheit haben wir auch damit begonnen, Sitzpolster und Rückenlehnenelemente von den Plastiksitzen zu demontieren und auf ihren Zustand hin zu untersuchen. Leider sind insbesondere die Polster der hinteren Sitzreihen stark verschlissen und müssen erneuert werden. Darüber hinaus haben einige der Inbus-Schrauben unserem Versuch, sie (nach 21 Jahren zum Teil sicher das erste Mal) zu lösen, nicht stand gehalten, sind nun „rund“ gedreht und müssen auf andere Art gelöst werden.

Um die abgenutzten Polsterelemente zu erneuern, sind wir noch auf der Suche nach Resten des originalen Bezugsstoffs.

Erste Sichtung

Heute stand die erste gründliche Sichtung unseres neuen Schmuckstücks an.

Die vor wenigen Jahren erneuerten Bleche, vor allem im Bereich der Radläufe, sind stark am Rosten – einzelne Blechschichten beginnen schon, abzublättern. Hier besteht dringender Handlungsbedarf…

Man könnte praktisch sehr gut die Blechherstellung demonstrieren, denn die gewalzten Schichten falten sich sehr schön wieder auf. Der Lack schlägt an einigen Stellen Blasen und es spritzt Wasser heraus, wenn man diese beschädigt…

Der Innenraum präsentiert sich dagegen sauber und gepflegt, lediglich die teilweise zerschlissenen Sitzpolster trüben den Anblick etwas, auch wenn einige wenige in den Vorjahren noch erneuert wurden.

Neben den Sitzpolstern fallen noch ein paar kleinere optische Mängel auf, beispielsweise die sich ablösende Verkleidung am Türchen zum Fahrersitz, ebenso blättert an der Türverkleidung etwas Farbe ab. Alles in allem jedoch ganz normale Zeugen des 21jährigen Einsatzes…

Besonderer Blickfang: Original-Werbungen und ein Aufkleber mit der Aufforderung an unsere Kunden, „im Bus kein Speiseeis einzunehmen“. Diese originellen Details dürfen natürlich auch zukünftig nicht fehlen.

Auch die BROSE Rollbandanlage ist soweit funktionsfähig; die Bedienung erfolgt vom Fahrerplatz aus. Leider fehlt das Steuergerät der linken Seitenzielanzeige, welches vermutlich für ein defektes Gerät an der Frontanlage herhalten musste; darüber hinaus rollt die Zielanzeige der rechten Seite beim Umschalten vom Hand- in Automatikbetrieb wahllos umher und reagiert nicht auf die Steuerbefehle, sodass sie vorerst nur per Hand bedient werden kann, bis der Fehler gefunden ist.
Das Fahrtziel lässt sich mittels der entsprechenden Nummer einstellen und auf Knopfdruck laufen die Bänder um.

Der entscheidende Moment: Springt der Bus noch an? Immerhin sind seit dem letzten Einsatz bereits rund sieben Wochen vergangen, in denen der Wagen lediglich einmal innerhalb der Halle umgeparkt wurde. Dennoch gab sich der Bus keine Blöße, der Motor erwachte nach wenigen Sekunden zum Leben und die Gesichter der beiden Busbesitzer strahlten noch mehr! 😉