Schlachtobjekt für’s Sommerloch

Per Tieflader gelangte Anfang Juli ein weiterer MAN SL 200 in unseren Bestand. Der Wagen vom Baujahr 1978 dient als Teilespender für unseren „Spargelexpress“, da zahlreiche Teile entweder nicht mehr oder nur zu „Apothekenpreisen“ erhältlich sind. Darüber hinaus ist der Spaß am Schrauben, Schlachten und letztendlich dem Verwerten eines Fahrzeuges auch nicht zu verachten… Aber beginnen wir von vorne.

Beim Stöbern auf einer bekannten Fahrzeughandelsplattform im Internet sind wir auf den Wagen gestoßen und haben sogleich Kontakt mit dem Verkäufer aufgenommen – zuerst rein aus dem Interesse, um welchen Wagen es sich denn konkret handelt. Nach einem interessanten Telefonat erhielten wir weitere Fotos des Busses sowie den Lebenslauf zugeschickt und es wurde ein Besichtigungstermin vereinbart. Dabei zeigte sich, dass der Wagen aufgrund seiner südwestdeutschen Herkunft zwar nicht direkt für uns von Interesse war und eine Restaurierung aufgrund der langen Standzeit von 17 Jahren (!) seit Abmeldung und entsprechender Korrossionsschäden ausschied, sich insbesondere der Innenraum jedoch in einem völlig intakten und gut erhaltenen Zustand befand. Darüber hinaus war der Antriebsstrang erstaunlicherweise ebenfalls noch voll funktionsfähig und die Laufleistung des Wagens mit gut 685.000 km vergleichsweise gering. Nach kurzem Verhandeln wurde der Wagen dann per Handschlag als Teilespender erworben…

Die lange Standzeit des Wagens und der Zustand des Rahmens, welcher durch partiell abwesende Teile glänzte, haben eine Überführung auf eigener Achse nicht in Frage kommen lassen. Unerwartet günstig konnte jedoch ein Tiefladertransport arrangiert werden, sodass das Wagen schließlich wenige Tage später auf unserem Gelände eintraf.

Geplant ist nun – da wir mit unserem O 305 neben dem „Spargelexpress“ noch einen weiteren Bus mit orangenen Kunststoffschalensitzen im Bestand haben – die Umsetzung der verbauten Sitzbänke aus dem Teilespender in unseren vorhandenen SL 200. Die Abweichung vom Originalzustand nehmen wir aus Komfortgründen hierbei in Kauf. Nachdem alle anderen Teile, die mal von Nutzen sein könnten, ausgebaut und eingelagert sind, wird der Wagen endgültig dem Verwertungskreislauf zugeführt – nicht ohne die Quintessenz, für sein Geschwisterchen und/oder andere baugleichen Fahrzeuge noch einen Nutzen gehabt zu haben…

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